Dirigent/in

Elisabeth Attl

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Auf schicksalhaftem Boden

Ein Österreich-Konzert an einem sehr speziellen Ort und einem sehr speziellen Tag: Sarajevo, heute Hauptstadt und Regierungssitz des föderativen Staates Bosnien-Herzegowina ist durch das Thronfolger-Attentat von 1914 speziell für Österreich ein schicksalhafter Boden. Ausgerechnet dort ein Konzert mit Österreich-Bezug und dann auch noch an Mozarts Geburtstag zu geben, setzt ein volles Bekenntnis zur österreichischen Heimat voraus. Elisabeth Attl ist zweifellos eine der berufensten RepräsentantInnen für eine solche Aufgabe.
Sie hat für ihr Sarajevo-Konzert ein Programm gewählt, wie es österreichischer nicht sein könnte: Auf eine Johann-Strauß-Ouvertüre folgen Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert, Johanna Doderers Heidekraut-Walzer und zuletzt Mozarts Jupiter-Symphonie. Das Konzert im Nationaltheater Sarajevo mit der Sarajevska Filhamonija und dem Solisten Nandor Szederkenyi beginnt am 27. Januar 2017 um 20 Uhr.
Alle Details zum Konzert

Krieg und Frieden

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren macht Krieg und Frieden allerorts zum Thema unterschiedlichster Veranstaltungen. Bewusst grenzenlos im geographischen wie im stilistischen Sinn versteht sich das diesjährige Festival im irischen Clonmel in seinem Eröffnungskonzert am 3. Juli 2015, das unter der musikalischen Leitung von Elisabeth Attl steht.

Unter Einbeziehung lokaler Vokalsolisten sowie des RTÉ ConTempo Quartets bestreitet der Festival Choir ein Programm, das von Beethoven und Britten über Fauré und Schostakowitsch bis zu Songs von John Lennon, irischen und englischen Kriegsliedern und einer Uraufführung des Österreichers Wolfgang Sauseng reicht. Elisabeth Attl, sozusagen die Musikdirektorin im irischen Clonmel, hat dort bereits Messen von Schubert und Haydn erarbeitet sowie eine von Publikum und Presse mit Ovationen bedachte Aufführung von Glucks Orfeo ed Euridice geleitet. Irische Chortradition und österreichische Einstudierungspräzision – offensichtlich eine optimale Kombination!

Homepage des Festivals

Botschafterin der österreichischen Musik in Albanien

Elisabeth Attl tritt nicht zum ersten Mal in der Region der ehemals osmanischen Länder auf dem europäischen Kontinent als Kulturbotschafterin Österreichs ans Pult.  Allerdings geschieht das jetzt  erstmals in Albaniens Hauptstadt Tirana. Die Maestra dirigiert dabei das Albanische Rundfunksinfonieorchester, das in der Landessprache den offiziellen Titel Orkestra Simfonike e RTSH Tirana trägt. Ankündigung des Orchesters

Das Konzert findet am 22. Mai 2015 um 19.00 Uhr im Konzertsaal der Universität der Künste statt und präsentiert ein anspruchsvolles Programm, in dem österreichische Musik der Gegenwart und der Romantik den Rahmen für das 3. Klavierkonzert von Sergej Prokofjev bilden. Darin spielt der albanische Pianist Amir Xhakoviq den Solopart. Den zweiten Programmteil bildet dann Schuberts „Unvollendete“ von 1822, den Auftakt zum Konzert Johanna Doderers „Ein Walzer“ aus dem Jahr 2013. Homepage der Komponistin Johanna Doderer

Unvollendet und doch vollendet

Es mag in den meisten Fällen einen Grund geben, warum ein Werk nicht zu Ende geführt wurde oder nicht zu Ende geführt werden konnte. Im Fall von Franz Schubert ist das etwas anders, denn wer würde seiner h-moll-Sinfonie D 759, die nur aus zwei Sätzen besteht und den Beinamen „Unvollendete“ trägt, die Vollendung absprechen? Kombiniert mit Schuberts Ouvertüre im Italienischen Stil D 590 und dem Sinfoniefragment D 729 ergibt sich ein eigenwilliges Konzertprogramm, das so ganz nach dem Geschmack und den außergewöhnlichen Intentionen der Dirigentin Elisabeth Attl ist.   

Austrian Delights beim KotorArt Festival - Kontrast und Einheit

Das montenegrinische KotorArt Festival vereint in seinen vielen Veranstaltungen und seinem über sechs Wochen reichenden Programm nahezu alle Kunstformen unter besonderer Einbeziehung der Jugend. Es versteht sich als eine Darstellung der Kunst in all ihrer Vielfalt, will aber auch zu unmittelbarer künstlerischer Kreativität anregen und spezielle themenbezogene Programme zur Diskussion stellen. Homepage des Festivals

Unter diesem Gesichtspunkt könnte der Titel für das Konzertprogramm "Austrian Delights" als kulinarische Beliebigkeit missverstanden werden. Genau das aber haben die Festspielverantwortlichen und die Dirigentin des Konzerts, Elisabeth Attl, in keiner Weise im Sinn. Viel mehr ist eine Durchleuchtung des Ur-Österreichischen sowohl aus der Zeit der Wiener Klassik wie der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts beabsichtigt.

So umrahmen im Festspielkonzert am 7. August 2014 Johanna Doderers "Mondsee" in der Streichorchesterfassung und Hans Gáls Streicherserenade Joseph Haydns G-Dur-Violinkonzert (Solistin: Lydia Baich) und Wolfgang A. Mozarts B-Dur-Divertimento. Eine ansprechende Klammer, die Kontrast und Einheit gleichermaßen darstellen kann. Elisabeth Attl hat sich in den letzten Jahren als Sachwalterin von anspruchsvollen Konzertprogrammen einer Ausrichtung etabliert, die das Österreichische in Vielfalt und Stil entwickelt. Die gebürtige Wienerin scheut sich nicht vor Gegenüberstellungen abseits der gewohnten Programmierungen und setzt sich mit Nachdruck für Gegenwartskompositionen ein. Komponistin Johanna Doderer, die Großnichte des gleichnamigen Schriftstellers, gilt in sehr unterschiedlichen Genres als eine Hauptrepräsentantin der österreichischen Komponistenszene unserer Tage. Homepage der Komponistin Johanna Doderer

Ähnlich vielfältig gestaltete sich zwei Generationen vor Doderer das Oeuvre des gebürtigen Niederösterreichers Hans Gál, dessen Streicherserenade aus dem Jahr 1937 und somit vom Vorabend des Anschlusses Österreichs an Hitler-Deutschland stammt. Gáls Werke stellen auf ihre Art ein Bekenntnis zum Österreich des 20. Jahrhundert dar, dessen Schicksal auch jenes des Komponisten nachhaltig beeinträchtigt und geprägt hat. Homepage des Komponisten Hans Gál

Haydn und Mozart in dieser Umrahmung zu hören, bietet den besonderen Anreiz der Reibung, aber auch die Erkenntnis historischer Nachfolge.

Montenegro hat eine kurze, allerdings zwiespältige historische Verbindung zum alten Österreich, gehörte das Land doch nach der Okkupation durch das K&K-Heer die letzten beiden Jahre des Ersten Weltkriegs zum Habsburgerreich. Heute pflegt Montenegro in einer überaus weltoffenen Art und mit ganz besonderer Hingabe die kulturelle Vielfalt Europas, ganz im Sinn der Bestrebung des Landes um Aufnahme in die Europäische Union. Die pittoreske Stadt Kotor zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Rückkehr der Amazonen

Als wahrhafte Entdeckung wurde letzte Saison die szenische Aufführung der Oper "Talestri – Regina delle amazzoni" der Komponistin Maria Antonia Walpurgis in Wien gefeiert. Grund genug für das Kosmostheater, diese Erfolgsproduktion in einer Wiederaufnahme am 11., 12., 15., 16., 18. und 20. Oktober 2013 erneut zu präsentieren.